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29.08.2015

Kinder in Haft

Aktion zum Thema: "Palästinensische Minderjährige in israelischer Militärhaft"

Am 29. August 2015 war die Gruppe 1180 mit einem Stand beim Flora-Kiezfest in Berlin-Pankow vertreten. Das Flora-Kiezfest findet jährlich statt und bietet neben einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm den lokalen Händlern und gemeinnützigen Berliner Initiativen die Möglichkeit, sich vorzustellen. Unser Anliegen war es, den BesucherInnen das Thema „palästinensische Minderjährige in israelischer Militärhaft“ nahezubringen. Im Rahmen einer Postkartenaktion konnten sich interessierte Eltern und ihre Kinder kreativ beteiligen: Sie bemalten die Vorderseite von Postkarten, auf deren Rückseite wir Forderungen an den israelischen Verteidigungsminister gedruckt hatten. Die Eltern konnten zusätzlich eine Petition unterschreiben.

Im Besonderen ging es dabei um die Berücksichtigung von Kinderrechten im israelischen Militärjustizsystem. Menschenrechtsorganisationen wie auch UN-Institutionen berichten seit mehreren Jahren über die Missachtung der Rechte minderjähriger PalästinenserInnen aus der Westbank während Verhaftungen, Verhören und Gerichtsverhandlungen. Minderjährige, die beschuldigt werden, eine Straftat begangen zu haben (meist sollen sie zum Beispiel Steine auf israelische Soldaten geworfen haben), werden beispielsweise oftmals nachts verhaftet und verhört, ohne dass die Eltern oder ein Anwalt anwesend sind. Während der Verhöre und der Inhaftierung werden die Kinder und Jugendlichen außerdem häufig psychisch unter Druck gesetzt und körperlich misshandelt. Auch kommt es immer wieder vor, dass sie Geständnisse unterschreiben müssen, die sie nicht verstehen, da diese auf Hebräisch verfasst sind. Eine Petition zum Thema können Sie hier herunterladen und selbst unterschreiben.

Besonders Kinder regten wir mit unserer Malaktion zum begeisterten Mitmachen an. Viele von ihnen konnten die Ernsthaftigkeit des Themas sehr gut nachvollziehen, was sich auch in den Motiven der Bilder niederschlug. Unsere kleine Installation – ein ein Gefängnis symbolisierender Käfig mit Spielsachen – war ein zusätzlicher Blickfang, der zum Stehenbleiben und Nachdenken anregte.

Wir hatten einen sehr spannenden und unterhaltsamen Tag, an dessen Ende wir 29 bemalte Postkarten und 90 Unterschriften an den Verteidigungsminister schicken konnten.