Amnesty International Gruppe 1180

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Gruppe 1180

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AKTIVITÄTEN DER GRUPPE 1180 IM JAHRE 2007

LÄNDERSCHWERPUNKT: ISRAEL/BESETZTE GEBIETE, ALGERIEN

Die Zahl der aktiv tätigen Mitglieder der 1180 schwankte im Jahr 2007 zwischen 8 und 13. Zwei langjährige Mitglieder gaben ihre Gruppentätigkeit aus privaten Gründen auf; mehrere Studentinnen begannen ein Auslandsstudium; neue Mitglieder konnten angeworben werden.

  • Das ganze Jahr über beteiligten sich unsere Mitglieder auf individueller Basis an den Bezirks- bzw. Sektionsaktionen, zuletzt am 7.12. zum offiziellen Start der China-Kampagne.
  • Viele Berliner Veranstaltungen, die zu unserem Thema oder zum Thema Menschenrechte allgemein stattfanden, wurden von einzelnen Mitgliedern besucht. Oft auch Infomaterial ausgelegt (Beispiel Kino Baobab). Anschließend wurde in der Gruppe darüber berichtet.
  • Das ganze Jahr hindurch versandten die Mitglieder unserer Gruppe Briefe zu den sogenannten „Urgent Actions“, die wir von Amnesty London erhalten.

Die 1180 blickt mit Stolz auf ein aktives Jahr 2007 zurück!

JANUAR:

  • Janel Galvanek übernahm die Aufgabe als Gruppensprecherin und koordinierte von nun an die von unserer Gruppe beschlossenen Aktionen sowie unsere Teilnahme an Bezirks- bzw. Sektionsaktionen.
  • Ein Halbjahresplan wurde erstellt. Vorbereitungsaufgaben wurden verteilt.
  • Ende Januar wurde im Arsenal der Film Massaker, eine Dokumentation von Aussagen der Täter eines Massakers an Palästinensern im Jahre 1982 gezeigt. Gruppenmitglieder verteilten im Foyer ai-Informationsmaterial zum Libanonkrieg 2006.

FEBRUAR:

  • Berlinale: Zu dem israelischen Film The Bubble wurde ein Flyer entworfen, der über die willkürlichen Verhaftungen der israelischen Wehrdienstverweigerin Hadas Amit berichtete. Diese Flyer wurden zu Beginn der Filmvorführung verteilt mit der Bitte, anschließend die ai-Petition zu diesem Fall zu unterschreiben. Zu dem ebenfalls israelischen Film Beaufort legten wir eine – den Einsatz von Streubomben betreffende – Petition aus, worin:
  1. die Vereinten Nationen aufgefordert wurden, ein einstweiliges Waffenembargo für Hizbollah und Israel zu erklären und durchzusetzen;
  2. die israelische Regierung aufgefordert wurde, den Einsatz von Streubomben auszusetzen und die Pläne herauszugeben, die aufzeigen, wo sich die im letzten Libanonkrieg gelegten Landminen befinden. Beide Petitionen wurden vom Publikum mit großer Bereitschaft unterschrieben.

März

  • Für die im Mai stattfindende ai-Jahresversammlung wurden die zu beschließenden Anträge unter den Gruppenmitgliedern aufgeteilt. Bei einer späteren Sondergruppensitzung sollten die Gruppenmitglieder ihren jeweiligen Antrag der Gesamtgruppe zur Abstimmung vorstellen.
  • Die geplanten Projekte wurden konkreter.
  • Eine Vortragsreihe mit dem Thema 40 Jahre israelische Besatzung begann im Ökumenischen Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit im Paul-Schneider-Haus in Spandau. Unsere Gruppe begleitete diese Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch mit einem Informationsstand und den jeweils neuesten Petitionen zu diesem Thema.

April

  • Auf zwei Gruppensitzungen entschieden die anwesenden Mitglieder über die Anträge zur Jahresversammlung und unsere Stimmabgabe dazu. Dank der guten Vorbereitungen konnten das Für und das Wider zu den jeweiligen Anträgen nach kurzer Debatte abgewogen und darüber abgestimmt werden.
  • Heiße Diskussionen ergaben sich allerdings bei dem kontroversen Thema: Sexuelle und reproduktive Rechte um die Frage, ob die Entkriminalisierung der Abtreibung einer Legalisierung gleichkomme. Unsere Gruppe folgte schließlich den Londoner Empfehlungen.
  • Diese Debatten wurden von der Gruppe als ein demokratischer Beitrag zur ai-Politik empfunden. Sie schafften Klarheit über die Ziele und Grundsätze von ai und förderten das Gemeinschaftsgefühl unserer Gruppe durch den gemeinsam abgesteckten Rahmen.

Mai

  • Am 12.05.07 beteiligte sich unsere Gruppe am jährlich in Berlin stattfindenden Frauenlauf. Unter Hunderten von Teilnehmerinnen starteten unsere jungen Mitglieder in ai-T-Shirts ihren Langlauf bei strahlendem Sonnenschein, wurden dann aber mitten im Tiergarten von einem fast tropischen Regenguss erfrischt. Stolz hielten unsere triefend nassen Heldinnen dennoch Einzug auf der Zielgeraden vor der imposanten Kulisse des Brandenburger Tores, das sich just in diesem Moment einen berauschenden Regenbogen schräg über die Quadriga gestülpt hatte. Der Jubel der älteren oder nicht so sportlichen Mitglieder war groß, auch wenn ihre Sammelaktion zuvor an vielen leeren, demonstrativ herausgezogenen Jogging-Hosentaschen gescheitert war. Der Werbeeffekt war dennoch befriedigend. Wir hoffen, 2008 viele Mitglieder anderer ai-Gruppen für diese Aktion gewinnen zu können.
  • Am 13.05.07 organisierte unsere Gruppe einen Stand am Hackeschen Markt. Thema war der 2. Jahrestag des Massakers von Andischan in Usbekistan. Diese Aktion fand statt im Rahmen der ai-Kampagne zur EU-Ratspräsidentschaft, bei der Usbekistan ebenfalls Thema war. Wir nutzten den damit zusammenfallenden Muttertag und malten in bunten Lettern auf unser Plakat: Muttertag – Nicht für alle Mütter in Andischan. Es wurde ein eye-catcher, ebenso wie die selbst gebastelten Blumen, die den Müttern überreicht wurden. Die Unterschriftensammlungen, die an Kanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier Merkel adressiert waren, und die Aufklärungsarbeit waren erfolgreich.

Juni

  • Wir widmeten eine Gruppensitzung unserem 2. Schwerpunkt Algerien. Die Experten zu diesem Thema informierten uns gründlich mit einem Quizspiel über die politische Lage und die ai-Position zur Menschenrechtslage.
  • Am 25.06.07 setzten wir unser Wissen um. Wir informierten die Besucher der Veranstaltung Kiez International (48 Stunden Neukölln) zu diesem Thema und sammelten Unterschriften für eine Petition, die die Abschiebung in England lebender mutmaßlicher algerischer Terroristen nach Algerien wegen drohender Foltergefahr kritisiert. Wir trafen an unserem Stand auf ein besonders interessiertes Publikum, das bereit war, die Anliegen von Amnesty International zu unterstützen.

Juli

  • Die Planung für die 2. Jahreshälfte wurde erstellt. Die bereits erwogenen Projekte erhielten Kontur.
  • Da keine größere Aktion für den Juli vorgesehen war, gingen wir wieder auf die Sammelpiste, um auch mit einem finanziellen Beitrag die amnesty-Arbeit zu unterstützen.

August

  • Auch im August gingen die Vorbereitungen für geplante Aktionen weiter.
  • Die Organisation von Ständen ist sehr aufwändig und bedarf guter Planung. Wir beschlossen, unsere Einsätze mobiler zu machen, d. h. ohne Tische und Zeltplanen, damit wir auch spontan Aktionen durchführen können. Ein erster Versuchstermin wurde für September festgelegt.

September

  • Am 1. September fand das jährliche ai-Gartenfest statt, zu dem alle Mitglieder und Förderer eingeladen waren. Unsere Gruppenmitglieder beteiligten sich an der Organisation je nach Neigung am Abwaschtisch, bei der Essensausgabe oder bei der Standarbeit. Wir konnten sogar männliche Hilfe am Grill zur Verfügung stellen. Außerhalb unserer Schichtarbeit hatten wir viel Spaß an den dargebotenen Bühnenveranstaltungen.
  • Am 8. und 9. September organisierte ai einen Stand zur 750-Jahresfeier von Schwanebeck bei Berlin mit dem Thema Mauer. Unsere Gruppe lieferte das Ausstellungsmaterial zu Israels Grenzzaun in den Besetzten Gebieten, fertigte entsprechende Petitionen aus und beteiligte sich an den Standschichten.
  • Am 15.09.07 starteten wir unsere Aktion im Rahmen mobiler Stand am Adenauerplatz mit zwei Petitionen an die israelische Regierung. Gefordert wurden ein Stopp der Häuserabrisse im Westjordantal und die Wiedereröffnung der Grenzübergänge im Gazastreifen. Die Aktion endete mit weitaus mehr Unterschriften als erwartet.

Oktober

  • Der Höhepunkt unserer Aktivitäten im Jahr 2007 war zweifellos unser über Monate vorbereiteter Workshop Israel – Besetzte Palästinensische Gebiete. Er fand am 13.10.07 mit eingeladenen Teilnehmern im Martin-Niemöller-Haus in Dahlem statt. Jedes zur Verfügung stehende Mitglied hatte sich intensiv mit einem oder auch mehreren der folgenden Themen befasst: Häuserzerstörungen, Siedlungspolitik, Situation in Gaza, Checkpoints, Attentate auf Zivilisten, Verwaltungshaft, Frauenrechte und Wehrdienstverweigerer.
  • Ganz individuell entstanden daraus Referate mit Power-Point-Präsentationen oder Theater-Sketch. Die persönlichen Erlebnisse der Referenten im arabischen Raum oder in Israel wurden dabei eingebunden. Es wurden ausgewählte, relevante Filmausschnitte gezeigt, eine Wandzeitung und viel Informationsmaterial waren zu sehen.Jedem Beitrag folgte eine Diskussion mit den teilnehmenden Gästen. Wir hatten Petra Schöning von unserer Koordinationsgruppe Köln gebeten, diese Diskussionen mit ihrem Expertenwissen zu begleiten und die Position von ai Deutschland zu diesem sensiblen Thema zu erklären. Jeder von uns hat durch diesen Workshop viel dazu gelernt und wir werden unsere gewonnenen Erkenntnisse im Jahr 2008 wirkungsvoll in unsere Arbeit einbringen.
  • Eine weitere Aktion Motto mobiler Stand fand am 27.11. in Tegel in der Gorkistraße statt. Wir baten um eine Unterschrift für eine palästinensische Mutter von sechs Kindern, die seit September 2006 in israelischer Verwaltungshaft sitzt. Viele Passanten waren über die menschenrechtswidrigen Bedingungen dieser so harmlos klingenden Haft sehr erstaunt. (Nach Informationen vom 14.01.08 ist Frau Hashlamon in einen 27-tägigen Hungerstreik getreten. Ihre Haftzeit soll dennoch bis zum 12.03.08 dauern).

November

  • Die Frauengruppe von ai organisierte am 25.11.07, dem Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, mit anderen Berliner Frauengruppen eine Großaktion auf dem Hackeschen Markt. Wir konnten uns mit dem für unseren Workshop erarbeiteten Material an einem Stand beteiligen. Gewalt gegen palästinensische Frauen hieß unser Thema. Auch hier wählten wir die Petition für die in israelischer Verwaltungshaft sitzende Palästinenserin Nura al-Hashlamon.
  • Bei den Veranstaltungen im Ökumenischen Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit referierten vor allem Friedensaktivisten von beiden Seiten. Unter ihnen war der Israeli Reuven Moskowitz, der vorschlug, eine Mahnwache am 29.11.2007, dem 60. Jahrestag der Annahme des Teilungsplanes Palästinas durch die Vereinten Nationen, abzuhalten. Der Aufruf zu dieser Mahnwache enthielt politische Forderungen, wie z. B. das Ende der Besatzung, für die ai sich kein Mandat gegeben hat und wurde deshalb nicht von uns unterschrieben. Unsere Gruppe nutzte jedoch die Gelegenheit, die ai-Position mit beschrifteten Schildern „Kein Frieden ohne Menschenrechte“ anzumahnen.

Dezember

  • Am 9.12.2007 widmeten wir unsere Dezember-Aktion Motto mobiler Stand der neuen ai-Kampagne zu China und den Olympischen Spielen Gold für die Menschenrechte am Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt. Sie war sehr erfolgreich.

Berlin, im Januar 2008

Jahresbericht