Amnesty International Gruppe 1180

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Gruppe 1180

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AKTIVITÄTEN DER GRUPPE 1180 IM JAHRE 2011

LÄNDERSCHWERPUNKT: ISRAEL/BESETZTE GEBIETE, ALGERIEN

Öffentliche Aktionen und Veranstaltungen:

1) Gaza-Accountability-Kampagne

Unsere erste öffentliche Aktion in 2011 fand am 15. Januar mit einer Unterschriftensammlung auf Appellpostkarten am Pariser Platz statt. Der zweite Jahrestag der Beendigung des Konflikts im Gazastreifen war von Amnesty International zum weltweiten Aktionstag erklärt worden. Eine zweimonatige Kampagne von Januar bis März forderte vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen konkrete Maßnahmen, um auf internationaler Ebene Gerechtigkeit für die Opfer des Konflikts auf beiden Seiten sicherzustellen. Wir wiederholten unsere Sammlung am 5. März vor den Arkaden Neukölln. Insgesamt konnten wir 198 unterschriebene Postkarten weiterleiten. Die weltweit gesammelten 70.000 Appellpostkarten wurden vom Internationalen Sekretariat an den UN-Menschenrechtsrat übergeben.

2) Filmvorführungen „Budrus“

Der Film „Budrus“, der den friedlichen Widerstand der Dorfbewohner von Budrus in der Westbank gegen den Bau des Zauns/der Mauer dokumentiert, wurde im Rahmen der Filmreihe „Übermut“ gezeigt und ein Mitglied unserer Gruppe wurde eingeladen, zusammen mit Vertretern der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst an der Podiumsdiskussion teilzunehmen. Außerdem sind im Januar zwei Mitglieder unserer Gruppe nach Cottbus gefahren, um dort die Diskussion im Anschluss an eine Vorführung des Films zu moderieren. Der Film wurde ebenfalls vom Berliner Bezirk von Amnesty in das Programm einer Filmreihe zu der Kampagne „50 Jahre Amnesty“ aufgenommen, und wir wurden gebeten, bei der Vorführung einen Infotisch zu organisieren. Diese war für den 20.6. im Kino Moviemento in Kreuzberg geplant. Leider konnte der Film aus technischen Gründen nicht gezeigt werden. Wir organisierten eine Ersatzveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Baobab-eine-Welt-Laden e.V. am 4. Oktober im Haus der Demokratie und Menschenrechte. Wir sammelten bei allen Vorführungen wie üblich zu diesem Thema Unterschriften für das Dorf Jayyous, dessen Bewohner sich in einer ähnlichen Lage befinden.

3) Wasserverteilungskonflikt

Nachdem die deutsche Übersetzung des Amnesty-Berichts über den Wasserverteilungskonflikt in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten erschienen war, plante unsere Gruppe weitere Aktionen zu diesem Thema. Anlässlich des internationalen Wassertages am 22. März organisierten wir eine öffentliche Aktion am Brandenburger Tor.

Die Gruppe hatte 200 Unterschriften auf Petitionsetiketten gesammelt, die an die israelische Botschaft in Berlin adressiert waren, und sie auf leere Plastikflaschen geklebt. Diese Flaschen wurden in Form von Tropfen miteinander verbunden - ein kleiner Tropfen, um den palästinensischen Wasserverbrauch darzustellen, und ein großer Tropfen für den israelischen Wasserverbrauch. Die beiden Tropfen, hängend an einer Stange, bildeten das Symbol einer aus dem Gleichgewicht geratenen Waage. Es war ein großartiges Gemeinschaftsprojekt, das viel Kreativität, Basteltalent ebenso wie handwerkliches Können und schließlich viel Muskelkraft der zwei mit dem Transport betrauten älteren Damen erforderte. Unverdrossen bewahrte unser Mitglied Rabbiner Mike Koch stundenlang den langen Waagebalken vor dem Umkippen. Dieser ungewöhnliche Anblick vor der Kulisse des Brandenburger Tores bewirkte, dass viele Passanten mit ihrem Handy Fotos davon in die weite Welt versandten. Sämtliche Gruppenmitglieder waren bei der Aktion präsent und konnten sich über eine sehr gelungene Aktion freuen.

Wir wiederholten die Aktion im Juni auf dem Kiez International 48h Neukölln, allerdings ohne Waagebalken, und noch einmal am 8. Oktober auf dem Wochenmarkt am Karl-August-Platz in Charlottenburg. Das Interesse war rege. Bereits am 28. Januar hatten vier unserer Gruppenmitglieder die Wasserproblematik bei einem Seminar mit 15 Personen in der Volkshochschule Treptow vorgetragen. Eine Diskussion schloss sich an.

Parallel zu den öffentlichen Aktionen nahmen wir den Vorschlag von Christine Raiser-Süchting auf, uns mit der Amnesty-Position an deutsche Geldgeber und Institutionen zu wenden, die in den besetzten Gebieten Wasserprojekte finanzieren bzw. durchführen. Dazu wurden Briefe verfasst mit Empfehlungen, die sich auf Anmerkungen aus dem Amnesty-Wasserbericht gründeten, und diese an verschiedene Entwicklungsorganisationen mit einem Exemplar des Berichts verschickt. Mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) konnte daraufhin ein Treffen unserer Ko-Gruppensprecherin Petra Schöning bei einem Besuch in Ramallah in der Westbank arrangiert werden. Die GIZ arbeitet vor allem an einer Verbesserung der Schulung des palästinensischen Personals und daran, den Dialog bei der Sektorenpolitik (die Westbank ist seit den Osloer Verträgen in drei Zonen mit unterschiedlicher Autoritätshoheit eingeteilt) zu verbessern. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurde unsere Gruppe zu einem Gespräch in Frankfurt a. M. eingeladen. Petra Schöning und Janel B. Galvanek von der Koordinationsgruppe nahmen den Termin wahr. Ein im Amnesty-Wasserbericht benanntes Problem ist die sich oft über Jahre hinziehende und letztlich in Ablehnungen endende Prozedur der Genehmigungen von israelischer Seite für geplante Projekte. Die KfW hat sich anscheinend bei der Planung darauf eingestellt und nimmt Ablehnungen nicht als ein so großes Problem wahr. Priorität bei der Ausführung von Projekten der KfW hat vor allem das Wassersparen, da Wasser in der Region in Zukunft immer knapper werden wird. Beide Institutionen sympathisieren mit dem Amnesty-Standpunkt und gaben uns Ideen, wie Amnesty noch weiter zu diesem Thema arbeiten könnte.

4) Landenteignung und Zerstörung von Dörfern der Beduinen Israels

Zusammen mit der Internationalen Liga der Menschrechte organisierte unsere Gruppe am 29. Oktober 2011 einen Vortrag über die Lage der israelischen Beduinen mit dem Referenten Gadi Algazi, Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv und Mitbegründer der jüdisch-arabischen Initiative „Taayush“ (Zusammenleben). Er berichtete über die schon Jahre andauernden Anstrengungen der israelischen Regierung, unter Mithilfe des „Jewish National Fund“ Tausende von Beduinen, die in der Negev-Wüste leben, umzusiedeln. Diese weigern sich jedoch beharrlich dem nachzukommen und versuchen ihre Landeigentumsansprüche geltend zu machen. Die Veranstaltung war gut besucht. Wir hatten eine Petition über den Fall des Beduinendorfes Al-‘Araqib ausgelegt.

Mehr Details zu unseren Veranstaltungen und Aktionen finden Sie hier.

Beteiligung unserer Gruppe an Bezirksaktionen:

Ein wichtiges Ereignis im Jahr 2011 war der 50. Geburtstag von Amnesty International. Wir zeigten bei allen Aktionen Präsenz. Janel B. Galvanek, die bis zur Geburt ihres Sohnes im Mai noch als Gruppensprecherin und Öffentlichkeitsreferentin im Berliner Bezirk von Amnesty auftrat, beteiligte sich an der Organisation eines „Radiokalenders“ auf „radioeins“ vom 14. bis 28. Mai im Rahmen der Kampagne „50 Jahre Amnesty“. An jedem dieser Tage wurde mehrmals ein Menschenrecht und ein dazu passender Einzelfall vorgestellt. Janel moderierte auch eine der Veranstaltungen der Vorlesungsreihe an der Freien Universität Berlin, die wichtige Amnesty-Themen aus den letzten 50 Jahren behandelte.

Erfolge:

Im Juli gab es eine weltweite Aktion von Amnesty International, bei der so viele Gruppen wie möglich einen teilnahmsvollen Kartengruß an die Familie des von Milizen aus Gaza entführten israelischen Soldaten Gilat Shalit versenden sollten. Seit Jahren hatte sich unsere Gruppe für Gilat dahingehend eingesetzt, dass er als Kriegsgefangener die entsprechenden Rechten der Genfer Konvention erhalten sollte. Gerne standen wir auch seiner Familie mit dieser kleinen Geste bei und konnten uns dann am 18. Oktober 2011 über seine Freilassung sowie die Freilassung vieler palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen freuen.

Sonstiges:

Gruppensprecherin: Nach der Geburt ihres Sohnes gab Janel B. Galvanek ihre Aufgabe als Gruppensprecherin auf. Die Gruppe verdankt ihr die Organisation vieler gelungener Aktionen in den vergangenen drei Jahren. Mit ihrer gewohnten Energie wurde sie umgehend als Mitglied wieder aktiv. Seit Mai 2011 ist Franziska Piontek unsere neue Gruppensprecherin. Auch ihr gebührt Dank für die geleistete Arbeit. Kassenwart: Neuer Kassenwart ist Yvan Michit, der bereits 10 Jahre lang in seinem Heimatland Frankreich diese Aufgabe in seiner Amnesty-Gruppe innehatte.

Jahresbericht